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Hinniger-Preisträgerin 2020: Stefanie Brehm

Im Herbst 2019 hat der Senat für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Bamberg die Entscheidung der Jury befürwortet, den derzeit mit einem Preisgeld von 3.000 € dotierten Volker-Hinniger-Preis 2020 der in Bamberg geborenen Künstlerin Stefanie Brehm zu verleihen. Mit der Preisverleihung ist meist ein Ausstellung der Werke der Preisträgerin/des Preisträgers in der Stadtgalerie Bamberg - Villa Dessauer verbunden - ab Mitte Dezember zeigt nun dort Stefanie Brehm ihre künstlerische Arbeit, die überwiegend in den Materialfeldern Keramik und Kunststoff verortet ist. Bei beiden Werkgruppen verbindet sich Skulptur mit Malerei.

Die Künstlerin verwendet eingefärbten, flüssigen Kunststoff als Farbmittel, was zur Entstehung von Malerei führt, die keinerlei Bildträger mehr benötigt. Der ganz dünn aufgetragene, farbige Kunststoff wird nach dem Aushärtungsprozess selbst zu einem flachen glänzenden Mal-Objekt und kann an der Wand angebracht werden. Glatte, intensiv leuchtende Oberflächen haben einen besonderen Reiz für Stefanie Brehm. So zeigen sich auch die keramischen Glasuren, die sie auf Ihren menschengroßen Keramiksäulen verwendet, farbstark und glanzvoll. Basierend auf der Grundform des Kreises, lässt sie auf der Drehscheibe dünnwandige Säulen aus Ton wachsen, die oben geschlossen sind und eine Höhe von bis zu 185 cm erreichen.

Stefanie Brehm ( 1980 in Bamberg) begann ihre künstlerische Laufbahn 2002 mit einer Ausbildung zur Keramikerin an der Berufsfachschule für Keramik in Landshut. Die Ausrichtung auf Keramik bestimmte auch das Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München ab 2006 bei Norbert Prangenberg, das sie 2016 mit einem Diplom abschloss.

Stefanie Brehm hat sich ganz intensiv der Keramik verschrieben: weg von der Gebrauchsware, weg von Funktionalität zum freien Kunstobjekt. Nach anfänglichen experimentellen Studien im Bereich plastischer Gestaltung aus Ton sowie Erfahrungen in Performance Kunst widmet sie sich der Herstellung farbiger Säulen unterschiedlichster Größen. Diese entstehen in einzelnen Wachstumsschritten auf der Drehscheibe. Nach dem ersten Brand wird die Säule mit farbiger Glasur überzogen, ein aufwändiger Akt, der den kontrollierten Zufall, das Unvorhersehbare als Mitspieler einbezieht, wirken diese aufgesprühten Farben nach dem Brand doch ganz anders als beim Auftragen. Im fertigen Zustand begegnen sich die Kraft der Grundform und die Schönheit der Glasur.

Im Namen der Jury begründete Dr. Barbara Kahle die Entscheidung folgendermaßen: Stefanie Brehms Arbeiten zeigen, dass die Keramik eine Wechselwirkung zwischen Malerei, Bildhauerei und Objektkunst entfaltet und die verschiedenen Gattungen vereint. Mal farbkräftig, mal zart schillernd erinnern Farben und Motive bisweilen an Graffiti, gestisch gesetzte Farbkompositionen und ein starker Duktus sind imstande, immer wieder neue Farbenspiele zu entfesseln.“

Farbe zur Geltung zu bringen und das in direkter Unmittelbarkeit, ist auch das Thema von Stefanie Brehms zweitem künstlerischen Feld: den großflächigen, reliefartigen Bildern aus Kunststoff (Polyurethan). „Diese Farbstücke brechen in kulturell tradierte Sichtweisen und kunsthistorisch festgelegte Gattungen ein, ohne aber ihre Beziehung zur abstrakten Malerei der Gegenwart wie zur Plastik gänzlich auf zu geben“, so Kahle weiter. „Es handelt sich um halbtransparente, für sich seiende flache Objekte in dynamisch kreisenden Formen oder Diagonalbewegungen, die im Glanz des Materials und den sich ineinander vermengenden Farbräumen eine besondere Aura entfalten.

Stefanie Brehms Kreativität und Leichtigkeit im Umgang mit so unterschiedlichen Materialien wie der althergebrachten Keramik einerseits und neuen Werkstoffen wie dem Polyurethan, das mühelose Aufbrechen festgelegter Gattungsgrenzen hat die Jury überzeugt, sie für den Volker-Hinniger-Preis 2020 vorzuschlagen.“


Volker Hinniger

Der Volker-Hinniger-Preis wird seit 1992 in zweijährigem bzw. seit dem Jahr 2002 in dreijährigem Turnus verliehen. 1990 hatte die Bambergerin Gretel Hinniger den Preis gestiftet, zum Gedenken an ihren 1988 verunglückten Sohn, den Künstler Volker Hinniger. Der Preis soll der Förderung junger Künstler dienen. Laut Stiftungssatzung wird der Preis an eine junge Künstlerin bzw. einen jungen Künstler verliehen, die/der zum Zeitpunkt der Preisverleihung nicht älter als 41 Jahre sein darf. Der Preis ist ausschließlich auf die bildende Kunst beschränkt. Die Jurymitglieder stellen mögliche Kandidatinnen/Kandidaten in der Jurysitzung vor. Die Höhe des Preisgeldes errechnet sich aus den Erträgen des Schenkungskapitals. Die Preisverleihung ist meist mit einer Ausstellung der Werke der Preisträgerin/des Preisträgers in der Stadtgalerie Bamberg - Villa Dessauer verbunden. Mehr Info unter www.museum.bamberg.de


Veranstalter: Museen der Stadt Bamberg (Museen der Stadt Bamberg)

Kontakt: museum@stadt.bamberg.de | www.museum.bamberg.de

Karten: Tel +49 (0) 951.87 1861 | Kasse Tel +40 (0) 951 87 1142 | Verwaltung

13.12.20 - 17.01.21

Stadtgalerie Bamberg – Villa Des... Bamberg

museum@stadt.bamberg.de | www.museum.bamberg.de

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