Der eine, Wilhelm Bendow, galt als Galionsfigur des Spiels mit den Geschlechterrollen; der andere, Hubert von Meyerinck, war mit seinen zahllosen Nebenrollen auf der Bühne, im Film und im Fernsehen ein König der zweiten Reihe. Beide lernten das Handwerk der Schauspielkunst bei Max Reinhardt und bewährten sich im Theater und im Kabarett, in der Operette und auf der Leinwand. Beide standen auf denselben Bühnen, zuweilen auch gemeinsam. Beide waren wegen ihres Humors, ihrer Komik, ihren Persiflagen und ihrem Witz, aber auch ihrer unbestrittenen Professionalität Lieblinge des Publikums und haben im kulturellen Trubel der 1920er Jahre (und auch später) mehr als nur verwehte Spuren hinterlassen. Obwohl sie nie Stars heutiger Prägung waren, haben auch sie ihrer Zeit ihren Stempel aufgedrückt. Beide können als queere Ikonen gelten, obwohl sie unterschiedlich offen mit ihrer sexuellen Orientierung umgingen – zu einer Zeit, in der Strafe oder sogar das KZ drohte. Beide sind so viel mehr als nur ein traniges Aaaach, ist der Rasen schön grün oder ein preußisch-markantes Zack-Zack . Die bewegten Karrieren zweier fast vergessener Künstler und ihre Zeit faszinieren auch heute noch, ebenso wie die ungeheure Vielfalt des Berliner Bühnenlebens. Viel Spaß beim Entdecken und Wiederentdecken einer spannenden Zeit!
Zeitreise – Die multimediale Buchpräsentation
Zur Präsentation des Buches gehe ich weit über das Format einer klassischen Lesung hinaus: Ich entführe die Besucher mit Hilfe von Filmausschnitten, Tondokumenten, Fotos, zeitgenössischen Texten und Zitaten in die bewegten Karrieren zweier zu Unrecht fast vergessener Künstler und zeichne darüberhinaus ein Bild der reichhaltigen Kulturlandschaft der liberalen Weimarer Republik und ihrer Bedrohung, später auch ihres Untergangs durch die Machtübernahme einer Ideologie, die Vielfalt ablehnte, unterband, bekämpfte und auch vor Mord nicht zurückschreckte. Dabei wird deutlich, dass die kulturelle Vielfalt auch in unserer modernen Gesellschaft verwundbar, verletzlich und fragil ist, wenn wir sie nicht schützen …
Veranstaltungsort: Lichtspiel – Kino & Café, Untere Königstraße 34, 96052 Bamberg
Veranstalter: Lichtspiel – Kino & Café / Odeon – Kino & Café (Lichtspiel/Odeon)
Kontakt: www.lichtspielkino.de
Karten: www.lichtspielkino.de